Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr Ehrsten

Vielleicht haben sie sich schon einmal gefragt, wie die Feuerwehrleute im Einsatzfall alarmiert werden. Diese Frage möchten wir auf der folgenden Seite beantworten.

Alle Mitglieder der Feuerwehren der Gemeinde Calden sind absolut ehrenamtlich tätig. Insofern gibt es auch keine ständige Wachbereitschaft fester Gruppen in den Feuerwehrhäusern wie beispielsweise bei den Berufsfeuerwehren.

Im Falle eines Einsatzes wird Alarm für die betreffende Feuerwehr von der Leitfunkstelle Kassel ausgelöst und die Kameraden eilen von ihren Wohnorten und Arbeitsstätten im Ort zu dem Feuerwehrhaus. Die Feuerwehren der Gemeinde Calden haben jährlich ca. 50-80 Einsätze zu bewältigen. Hierfür ist ein verlässliches und sicheres Alarmierungsverfahren erforderlich.

Während früher die Feuerwehren über Telefonketten und per Hand ausgelöste Sirenen alarmiert wurden, kann man sich heute auf funkgesteuerte Funkmeldempfänger und Sirenen verlassen. Geht in der Leitstelle in Kassel über die Notrufnummer 112 eine Meldung ein, löst der dortige Disponent über seinen Einsatzleitrechner Alarm für die zuständigen Feuerwehren aus.

Im Ort ertönen dann die Sirenen oder dort, wo man bereits nach und nach auf die Funkmeldeempfänger umgerüstet hat, piepen diese bei den Mitgliedern. Der Funkmeldeempfänger überwacht unmerklich den entsprechenden Funkkanal im 4m-BOS-Funkbereich und löst bei Empfang einer definierten 5-Ton-Folge Alarm in Form einer lauten Signaltonfolge aus. Unmittelbar danach ist die entsprechende Alarmdurchsage der Leitstelle über einen Lautsprecher zu hören. Den Caldener Feuerwehren stehen 10 dieser Rufkombinationen zur Verfügung. Die Feuerwehrleute tragen den Funkmeldeempfänger, umgangssprachlich „Melder oder Piepser“ genannt, ständig bei sich; auch nachts hat er einen festen Platz empfangsbereit im Schlafzimmer.

Zur Alarmierung wird diese Fünftonfolge der zu alarmierenden Feuerwehr von der Leitstelle über Funk (4m-Band) gesendet, gefolgt von einer Durchsage, meist über die Art des Einsatzes. Über entsprechende Alarmierungspläne ist es den Feuerwehren möglich, je nach Art des Einsatzes zu bestimmen, welche Fünftonfolgen gesendet werden, um somit die Alarmierung der Einsatzkräfte an die Sachlage anzupassen. Um eine Sirene auszulösen folgt üblicherweise anstelle der Durchsage ein Doppelton (Ziffern 7 und 4 gleichzeitig). Dieser charakteristische Brummton löst über einen sogenannten Fernwirkempfänger die Sirene aus.

Die analogen Funkmeldeempfänger sind seit 1975 innerhalb der BRD bundeseinheitlich geregelt und empfangen auf der normalen Funkfrequenz einer Stadt beziehungsweise eines Landkreises. In Österreich sind die Frequenzen jeweils Bundesländerweit geregelt. Die Alarmierung erfolgt über das Senden einer speziellen 5-Ton-Folge, bei der nacheinander 5 kurze Töne unterschiedlicher Frequenz (zwischen 1060 Hz und 2600 Hz) gesendet werden. Die Tonhöhe (also Frequenz) steht hierbei für eine Ziffer von 0–9, beziehungsweise ein Wiederholzeichen (damit nicht aufeinanderfolgend zweimal derselbe Ton gesendet wird).

Jede Feuerwehr hat für ihre Funkmeldeempfänger und Sirenen eine – oder auch mehrere – dieser Nummern zugeteilt bekommen. In Deutschland steht hierbei die erste Ziffer für das jeweilige Bundesland (6=Niedersachsen, 5 = Hessen, 2=Bayern etc.), die zweite Ziffer teilt ein gewisses Gebiet auf (beispielsweise Landkreis Kassel 51 XXX in Nordhessen), die drei weiteren Ziffern bestimmen die zu alarmierende Einheit (beispielsweise 51 519 -> LK Kassel -> Gemeinde Calden-> Schleife der Gefahrgutgruppe der Gemeinde Calden).

Die Feuerwehr Ehrsten wird sowohl über die Sirene als auch über Funkmeldeempfänger alarmiert. Da seitens der Gemeinde Calden nur eine geringe Anzahl von Funkmeldeemfängern für die Führungskräfte und Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Ehrsten  zur Verfügung gestellt wurde, beschaffte die Feuerwehr Ehrsten aus Vereinsmitteln weitere Geräte.

Mittlerweile stehen 18 Funkmeldeempfänger für die Mitglieder der Feuerwehr Ehrsten zur Verfügung. Bei diversen Kleineinsätzen kann daher auf das Auslösen der Sirene verzichtet werden. 

51 517 Feuerwehr Ehrsten
51 518 GBI Gemeinde Calden
51 519 Gefahrgutgruppe Gemeinde Calden
Swissphone Quattro (96 - XLS+)
Die Meldeempfänger der Quattro Serie sind mit mehreren Alarmschleifen programmierbar. Sie verfügen über Vibrationsalarm und unterschiedliche Alarmtöne für die Unterscheidung der einzelnen Alarmschleifen. Sie verfügen über einen Alarmsprachspeicher, je nach Gerät, von bis zu 2 Minuten.
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Swissphone Memo / Joker
Die Funkmeldeempfänger der Typen Memo und Joker sind mit vier Alarmschleifen programmierbar. Im Gegensatz zu allen anderen Funkmeldeempfängern sind sie auf jeden Funkkanal programmierbar. Sie verfügen über Vibrationsalarm und unterschiedliche Alarmtöne für die Unterscheidung der einzelnen Alarmschleifen. Der Memo verfügt im Gegensatz zum Joker noch über einen Sprachspeicher von 30 Sekunden.
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